Wow!

Es gibt Ferien, die gibt es eigentlich gar nicht – man findet sie in keinem Katalog, nicht im Internet und schon gar nicht im „Lonely Planet“. Stephanie Elingshausen, Chefin der auf Luxusreisen spezialisierten Agentur „C&M Travel Design“, organisiert solche Trips. Ein Gespräch über die schönsten Orte der Welt – und die durchgedrehtesten Extrawünsche der Superreichen

von Sven Michaelsen

Wer mit Stephanie Elingshausen spricht, lernt zwei Menschen kennen: eine freundlich-joviale Kommunikationsmaschine mit Frankfurter Dialekt, die mit ihrem Mutterwitz jeder noch so steifhosigen Managerrunde ein Lächeln ins Gesicht zwingt – und eine snobistische Scharfrichterin, die schludrige Hotelmanager auch schon mal knallhart zusammenscheißen kann. Elingshausen ist seit 1992 Chefin der auf Luxusreisen und Event-Organisation spezialisierten Firma „C&M Travel Design“ in Frankfurt, ihr Klientel sind vermögende Menschen, die auch auf Reisen an nichts sparen müssen. Weltweit, sagt Elingshausen, gebe es rund 150 Hotels, die für ihre Kundschaft entsprechen de Exzellenz bieten – und sie kennt jedes einzelne Haus aus eigener Anschauung. Denn trotz Flugangst und chronischer Rückenschmerzen ist Elingshausen, Jahrgang 1962, an rund 150 Tagen im Jahr auf Inspektionsreisen zu neuen Luxushotels. Dass sie das wolkige PR-Blabla ihrer Branche vermeidet, mag auch daran liegen, dass sie als Zimmermädchen mal selber für fremde Leute die Betten gemacht hat. Nach ihrer Hotellerie-Ausbildung arbeitete sie dann im Marketing der Canadian Pacific Hotels, anschließend für Gulf Air und Delta Air Lines. „Ich bin kein Bullshitter“, sagt Elingshausen über sich selbst – dazu hat sie einfach zu viel gesehen von der Welt.

Frau Elingshausen, wer war Ihr schwierigs­ter Kunde?
Eine Hollywood-Größe, die mit den „Star Wars“-Filmen mehr als eine Milliarde Dollar verdient hat. Der Mann wollte sich inkognito Wien, Salzburg, München und Berlin anschauen und auf der Teststrecke von BMW einen Sportwagen bis ans Limit fahren. Die eigentliche Herausforderung für uns war, seine drei pubertierenden Kinder zu managen, die einander nicht ausstehen konnten. Meine mitreisende Kollegin hat in zwei Wochen vier Kilo abgenommen und mit ihrem Handy 3.000 Euro vertelefoniert. Das war das heikelste Troubleshooting in unserer 18-jährigen Firmengeschichte.


Was hat der Trip gekostet?

400.000 Euro.


Oops. Gibt es auch Lieblingskunden?

Ich hatte eine Lieblingskundin, eine vermögende Brasilianerin. Bei unserem ersten Telefonat sagte sie: „Mein Budget ist nicht limitiert. Das heißt, wenn ich Früchte auf mein Zimmer bestelle, möchte ich nicht die Hotelfrüchte bekommen, sondern die schmackhaftesten, die es im Umkreis von hundert Kilometern zu kaufen gibt.“ Eine weitere Auflage lautete: „Buchen Sie für mich niemals ein Hotelzimmer ohne Bidet!“ Sie war ein dermaßen umsatzstarker Gast, dass ein New Yorker Fünf-Sterne-Hotel anbot, ihr ein Bidet in die Luxussuite einbauen zu lassen. Als ich ihr das erste Mal gegenübersaß, fragte ich sie nach der Nummer mit dem Bidet, weil mir das einfach keine Ruhe ließ – weshalb musste unbedingt ein Bidet im Bad sein? Ihre Antwort lautete: „Stephanie, it’s very easy, my husband is a two time lover and I prefer to clean myself between the two sessions.“


Was ist Ihre teuerste Offerte?

Zum oberen Segment zählt ein privates Riesenanwesen in Kenia, das nur sechsmal im Jahr vermietet wird. Dem Gast stehen dreihundert Angestellte zur Verfügung, dazu zwei Flugzeuge und ein Helikopter. Wenn Sie beim Frühstück sagen, dass Sie heute eine Safari in der Massai Mara machen möchten, sind Sie eine Stunde später in der Luft. Vor Ort werden Zelte für Sie aufgebaut, die so groß sind wie eine Dreizimmerwohnung. Der Spitzenkoch fliegt selbstverständlich mit. Wer das Anwesen mieten will, muss allerdings pro Woche 250.000 Dollar zahlen.


Über welchen Ihrer Kunden schütteln Sie bis heute den Kopf?

Ein englischer Schauspieler wollte unbedingt mit einem historischen Luxuszug von Zürich nach Hamburg fahren. Es war ein immenser Aufwand, die erforderlichen Genehmigungen zu beschaffen. Als schließlich alles organisiert war, ist der Zug ohne den Kunden gefahren. Der hatte ein paar Stunden vor Abfahrt entschieden, doch lieber zu fliegen. Die entgangene Zugfahrt hat ihn mehr als 300.000 Euro gekostet. Ich glaube, man nennt das Star-Allüren.

An welchem Extrawunsch sind Sie mal ge­scheitert?

Ein Kunde wollte unbedingt auf die Insel Tokelau im Südpazifik, aber trotz intensivster Recherchen konnten wir keine Unterbringung ausfindig machen. Als wir dem Kunden absagen wollten, erreichte uns ein Fax der Inselregierung: „Hotels gibt es auf Tokelau nicht, aber jeder Bewohner empfängt Ihren Gast gerne in seinem Privathaus.“

Was ist in Ihrem Geschäft definitiv vorbei?

Luxus, der steif oder pompös ist. Keiner will heute mehr einen livrierten Butler, der hüstelt, weil man zum Dinner Flip-Flops anzieht. Ausnahmen sind ehrwürdige Kultnummern wie das Hotel „Dorchester“ in London, wo einem ohne Krawatte der Einlass in die Bar verwehrt wird, oder „Skibo Castle“ in Schottland, wo die Kleiderordnung bis zum High Tea „informal“ ist und danach eine „adult occasion“.

Das „Ritz“ in Paris, eines der ersten Luxus­hotels, warb 1898 mit der erstaunlichen Annehmlichkeit von Elektrizität, das Ad­lon in Berlin mit warmem Wasser aus dem Leitungshahn. Später galten Föhn und Mi­nibar als letzter Schrei. Was ist heute der ultimative Luxus?

Im „Ritz-Carlton South Beach“ in Miami kann man sich von einem Tanning Butler mit hautgerechtem Sonnenschutz eincremen lassen, im „Peninsula“ in Tokio gibt es im Ankleideraum einen Nagellacktrockner, und im „Four Seasons Beverly Wilshire“ in Los Angeles kümmert sich ein Kinder-Concierge ausschließlich um die Sonderwünsche der Gäste unter 13 Jahren. Ich kann Ihnen auch Hotels buchen, die einen Bade-Butler für Babys bieten und eine Kinder-Präsidentensuite, aber Luxus wird heute anders definiert. High-End-Reisenden geht es um seelische Balance, Selbsterfahrung und persönliche Neufindung. In Kyoto einen Tag mit einem Zen-Meister zu verbringen oder auf den Fidschis mit einem Häuptling eine Dorfzeremonie zu feiern ist eine nachhaltigere Erfahrung als vor St. Barth Jetski zu fahren und anschließend auf der Sonnenliege Vintage-Champagner zu schlürfen. Unsere Spezialität ist, bei einer Reise für den Wow-Faktor zu sorgen.

Wie erfahren Ihre Kunden von Neuigkeiten auf dem Reisemarkt, die Glamour und So­phistication versprechen?

Ab Mai können Sie Mitglied in unserem „Private Club“ werden. Wir erfragen Ihre Bedürfnisse und speichern Ihr Profil in unserem Computer. Über ein Kennwort gelangen Sie dann auf unserer Internetseite in einen für andere geschlossenen Bereich, in dem wir Sie ausschließlich über die Novitäten informieren, die Ihren und unseren Ansprüchen genügen. Dazu bieten wir Ihnen kostenlos Zusatzleistungen wie Upgrades oder späten Check-Out.

Wie weit geht Ihr Service?

Die Feinjustierung einer Reise kann so weit gehen, dass wir Ihren Lieblingswein einfliegen lassen und mit dem Manager Ihres Hotels überlegen, welcher Butler für Sie am geeignetsten ist. Bei aufwändigen Reisen wie Sabbatical-Trips kommen bis zu 20 Stunden Beratung zusammen. Wenn Sie losfliegen, reisen wir Ihnen mit dem Finger auf der Landkarte hinterher und fragen alle paar Tage, ob alles wie gewünscht läuft. Wenn nicht, sind wir als Troubleshooter für Sie da.

Was stößt Ihnen selbst beim Serviceperso­nal von Luxushotels auf?

Die beiden Todsünden sind Arroganz und Servilität. Es gibt Kellner, bei denen man sofort spürt, dass sie lieber Gast wären. In italienischen Grandhotels hat man oft das unangenehme Gefühl, dass der Concierge sich vornehmer vorkommt als seine Gäste. Diese Attitüden verderben mir genauso den Appetit wie untertäniges Buckeln. Ein Hotelangestellter sollte als selbstbewusster Gastgeber auftreten. Wenn ein Gast meint, im Übernachtungspreis sei eingeschlossen, das Personal wie Leibeigene zu behandeln, muss der Angestellte sich das nicht gefallen lassen. Auf den Punkt gebracht hat das Horst Schulze, der lange Chef aller Ritz-Carlton-Hotels war. Wenn er das Personal schulte, sagte er am Ende immer seinen Klassiker: „We are ladies and gentlemen to serve ladies and gentlemen.“

Welche Sünden beobachten Sie bei der Aus­stattung von Zimmern der Fünf­-Sterne­-Kategorie?

Auf den ersten Blick sieht man einem Bett nicht an, wie teuer es war. Deshalb meinen einige Schweinchen-Schlau-Hoteliers, ausgerechnet beim Bettenkauf heimlich sparen zu können. Wer weniger als 5.000 Euro für ein Bett ausgibt, bestraft seinen Gast mit einem schmerzenden Rücken. Eine fast immer gültige Faustregel lautet: Je teurer das Hotel, desto unverständlicher die Bedienung der vielen Lichtschalter. Ich habe mich schon nachts mit dem Feuerzeug zur Toilette getastet, weil ich nicht kapiert habe, wie diese verfluchten High-Tech-Lichtanlagen funktionieren. Ein weiteres Ärgernis sind Duschartikel. Ein Hotelier sollte wissen, dass es aufgrund der demografischen Entwicklung immer mehr Gäste über fünfzig gibt, die kleingedruckte Aufschriften nicht entziffern können. Wenn man beim Haarewaschen Duschgel statt Shampoo benutzt, ist das einfach nicht lustig. Und wer möchte schon mit Lesebrille unter der Dusche stehen?

Wann fühlen Sie sich abgezockt?

Wenn ich für eine kleine Flasche Mineralwasser aus der Minibar elf Euro zahlen soll. Wasser sollte in Luxushotels in jeder Menge grundsätzlich gratis sein.

Was ärgert Sie an Reisejournalisten?

Statt über die Größe des Pools sollte mehr über ökologische Kriterien geschrieben werden. Plastikflaschen sollten in Luxushotels ebenso verboten sein wie importiertes Mineralwasser. 2009 wurden auf der Erde zweihundert Milliarden Liter Wasser in Flaschen abgefüllt. Auf diese Weise entstanden anderthalb Millionen Tonnen Plastikabfall. Für Produktion und Transport der Plastikflaschen wurden 170 Millionen Liter Erdöl verbraucht. Also: Es gibt keinen plausiblen Grund, in der Südsee Pellegrino-Wasser zu trinken, das in Italien abgefüllt wurde. Da kippt Hedonismus ins Obszöne.

Welche lebenden Hoteliers bewundern Sie?

Den „Great Plains“-Chef Colin Bell, weil er mit seinen Lodges im südlichen Afrika beweist, dass Hedonismus und Ökologie kein Widerspruch sein muss. Bob Burns, dem wir die „Villa Feltrinelli“ verdanken und der in den Siebzigern den Grundstein dafür gelegt hat, dass Badezimmer heute Tempel sind. Und dann noch Ian Schrager, der erst mit dem „Studio 54“ die berühmteste Diskothek der Menschheitsgeschichte gründete und dann die Bars seiner Hotels in Los Angeles, New York und Miami zu Epizentren des internationalen Nachtlebens gemacht hat. Ich verstehe bis heute nicht so ganz, wieso kein deutscher Hotelier es schafft, die Bar seines Hauses zu einer hippen Location zu machen.

Welche Luxuskette halten Sie heute für die Nummer eins?

Die letzte große Innovationsleistung stammt aus dem Jahr 1988. Damals eröffnete Adrian Zecha sein erstes „Aman“-Hotel. Er hat den Ich-habe-schon-alles-gesehen-Menschen gezeigt, dass Luxus auch die Reduktion auf das Wesentliche sein kann. Heute liegt für mich die „Six Senses“-Kette vorne, denn keiner zelebriert intelligenten Barfuß-Luxus entspannter. Wenn man im „Soneva Fushi“ auf den Malediven eincheckt, nimmt einem der Butler die Schuhe ab und verwahrt sie bis zur Abreise in einem Beutel mit der Aufschrift: „No news, no shoes“.

Zum Minimalservice von Luxushotels ge­hört es, dem Gast morgens die Zeitung seiner Wahl an den Türknauf zu hängen. Warum müssen „Six Senses“­Gäste darauf verzichten?

Das ist eine schlaue Politik, denn viele Gäste leiden unter einem High-Tech-Burnout. Sie reisen aus einer Welt an, in der jährlich rund 250 Milliarden E-Mails verschickt werden, dazu kommen SMS, Tweets und Facebook-Mitteilungen. Für diese Gäste ist Urlaub die Abwesenheit von unverlangten Informationen.

Was ist der typische Schwachpunkt bei Luxusreisen?

Flughäfen! Sobald man seinen Sitz in der First Class verlässt, ist man Vieh. Dann werden Sie genauso mies behandelt wie jemand, der sein Ticket für 19 Euro im Internet gekauft hat.

Wie prüfen Sie die Qualität von Hotelres­taurants?

Ich bestelle einen Caesar’s Salad und eine Crème brûlée. Wer das kann, kann auch alles andere. Den besten Caesar’s Salad der Welt gibt es übrigens im „Amanpuri“ auf Phuket.

Was war Ihr bizarrstes Reiseerlebnis?

Vergangenes Jahr habe ich mir das Hotel „Zighy Bay“ im Oman angeschaut. Für die letzten Kilometer der Anreise hat der Gast drei Optionen: Range Rover, Speedboat oder einen Tandemsprung aus 2.100 Meter Höhe mit dem Paraglider. Ich habe mich für den Check-in per Gleitflug entschieden. Einen spektakuläreren Adrenalin-Ausstoß hatte ich selten.

Viele Luxusreisende beklagen, dass im­mer mehr Amüsierpöbel und Russen mit Türsteher-­Visagen die feinen Hotels bevölkern.

Wegen zu vieler Russen haben einige Hotels Länderquoten eingeführt. Grundsätzlich ist es immer schlecht fürs Ambiente, wenn eine Nationalität deutlich dominiert. Wenn die Russen im Januar Ferien haben, sollte man um Orte wie St. Moritz einen Bogen machen – es sei denn, man schaut Catwalk-Naturen gern dabei zu, wie sie ihren Pelzmantel ausleben.

Werden immer mehr Luxushotels von ihren eigenen Gästen atmosphärisch ruiniert?

Ein Hotel ist wie eine Theatervorstellung. Der Hotelier stellt lediglich das Bühnenbild zur Verfügung. Ob die Vorstellung gut oder schlecht wird, hängt von den Akteuren ab, also den Gästen. Kein Hotel kann mehr Klasse haben als die Menschen, die es bevölkern.

Verstehen Sie, warum in gehobenen Hotels der Anfang der Toilettenpapier­-Rolle zum Dreieck gefaltet wird?

Die Botschaft soll wohl sein, dass die Rolle frisch ist. Ich finde aber die Vorstellung höchst unhygienisch, Toilettenpapier zu benutzen, das zuvor von fremden Händen gefaltet wurde. Ich würde es viel mehr begrüßen, wenn auf der Badewanne ein Schild stünde mit der Aufschrift: „Ich bin desinfiziert.“ Das wäre mal eine sinnvolle Innovation, denn meist ist es so, dass mit dem Lappen, mit dem die Badewanne gewischt wird, zuvor auch fünfzig Toiletten geputzt wurden. Das größte Hygiene-Debakel ist die Fernbedienung für den Fernseher. Kaum eine Putzfrau kommt auf die Idee, sie sauberzuwischen. Da heute fast jedes Hotel einen Pornokanal hat, mag man sich gar nicht vorstellen, was sich da so klebrig anfühlt.

Welche Renommier-­Adressen halten Sie für hoffnungslos überschätzt?

Die Fünf-Sterne-Hotels an der Costa Smeralda auf Sardinien. Die Zimmer sind schlecht ausgestattet, und man wird nicht gerade sehr liebevoll betreut. Ein Problemfall sind auch die Luxushotels in Venedig während der Hochsaison. Die Preise sind exorbitant hoch, aber der gebotene Service ist mehr als al dente.

Wann geht Ihnen Luxus auf die Nerven?

Wenn er in Arbeit ausartet. Wer ein Zimmer im „Sukhothai“ in Bangkok bucht, bekommt einen Fragebogen mit 14 Punkten zugeschickt, in dem es ausschließlich um die Beschaffenheit des Bettes geht. Bei der Matratze zum Beispiel kann man wählen zwischen „Knightsbridge Memory Foam“ und „Wedge Specialty Foam“. Um da eine qualifizierte Entscheidung zu treffen, müsste ich mich vorher eine halbe Stunde bei Wikipedia schlaumachen.

Wo würde Ihre Hochzeitsreise hingehen?

Nach Tansania. Zuerst würden mein Traummann und ich eine Safari machen, bei der die Zelte ad hoc dort aufgebaut werden, wo gerade die Migration der Tiere stattfindet. Danach ginge es auf die weltabgeschiedene Insel Lupita im fast siebenhundert Kilometer langen Tanganyika-See. Das nächste Ziel wäre das „Lukula Camp“ im Selous-Nationalpark. Zum Abschluss ginge es zum Baden auf die Insel Mnemba vor der Nordküste von Sansibar.

Nennen Sie uns die fünf mythischsten Orte, die Sie kennen.

Die Osterinsel bei Regen. Das Resort „Begawan Giri“ auf Bali bei Nebel im ersten Morgenlicht. Sternegucken in der Salzpfanne Makgadikgadi in Botswana. Ein Sprung in die versteckten Wasserfälle in den Wäldern bei Hana auf der Insel Maui. Und ein nächtliches Bad in den heißen Quellen der Palmenoase „El Questro“ im Norden von Australien.

In welchen Hotels übernachten Sie am liebsten?

Meine Nummer eins bei Beachresorts ist das „Wakaya“, das auf einer Privatinsel liegt, die zu Fidschi gehört. Bei Stadthotels habe ich drei Favoriten: „Eichardt’s Private Hotel“ in Queenstown, Neuseeland, das „Mandarin Oriental“ in Tokio und den „Brandenburger Hof“ in Berlin mit seinem sensationell aufmerksamen Service.

Welche drei Hotelzimmer bieten einen Blick, der sich für immer ins Gedächtnis brennt?

Die Villa Nummer 11 im „North Island“ auf den Seychellen, die Suite „The Hill Top Reserve“ im Hotel „Yao Noi“ an der Phang-Nga-Bucht in Thailand und ein Zelt im „San Camp“ in Botswana.

Wer arbeitet im Hotel Ihrer Träume?

General Manager ist Edward Morton vom „La Residence“ in Franschhoek, Südafrika. Chefkoch ist Geoffrey Murray vom Hotel „Pezula“ bei Knysna an der Garden Route in Südafrika. Butler ist James Allen vom „The Carnegie Club at Skibo Castle“ in Schottland. Und im Spa arbeitet das zehnhändige Massageteam vom „Wakaya“ in Fidschi.

Welche Weltgegend wird demnächst in Mode kommen?

Mosambik. Das Land bietet eine überwältigende Tierwelt und 2.500 Kilometer Küste am Indischen Ozean mit Postkartenstränden. Der grandiose Hype um Marrakesch scheint mir ausgereizt zu sein, denn außerhalb der Stadtmauern sieht es inzwischen aus wie auf einer Großbaustelle. So viele Kräne habe ich zuletzt Ende der achtziger Jahre auf dem Potsdamer Platz in Berlin gesehen.

Eine Reise, die einen unwiderruflich ver­ändert?

Berggorilla-Trekking im Volcanoes National Park in Ruanda.

Eine letzte Frage noch: Was empfehlen Sie Leuten, die kein Geld haben?

Couchsurfing.

Datum:Ausgabe No. 6

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